Ukrainisch-tschechisch-deutsche Jugendbegegnung 28.11.-06.12.16

Am 28.11.2016 begann das Projekt mit der Ankunft der drei Delegationen aus Kiew, Ostrava und Fürstenwalde in der Begegnungsstätte Schloss Gollwitz. Nachdem die Zimmer bezogen waren und wir uns alle etwas näher kennen gelernt hatten, präsentierten die Jugendlichen ihre Heimatstädte, um alle Anwesenden einen Eindruck ihrer Heimatstadt zu vermitteln. Die Projektsprachen waren Deutsch, Englisch und Russisch und so entstanden ganz unterschiedliche Arbeitsgemeinschaften während des Arbeitsprozesses, die mal durch eine Sprache, mal durch die gemeinsamen Interessen geformt wurden.

An den ersten beiden Tagen arbeiteten wir sehr intensiv an verschiedenen Formen von Diskriminierung und den Variablen, aufgrund derer man diskriminiert werden kann. Ebenfalls wurde analysiert, welche Faktoren in der Gruppe zu Diskriminierung führen können, wie Sprache oder Alter. Nachdem Lern- und Arbeitsvereinbarungen getroffen wurden, begann die Filmarbeit. Die Herausforderung war es, die inhaltlichen Auseinandersetzungen der letzten Tage in Filmideen umzusetzen. Die Teilnehmenden formten vier jeweils multinationale Teams und lernten die Teamer kennen, die sie währender der Filmproduktion begleiteten. Eigene Ideen zu entwickeln, das Setting zu erarbeiten und umzusetzen, forderte von den Jugendlichen ein hohes Maß an Teamfähigkeit und Kreativität. Sie lernten sich auf verschiedensten Ebenen kennen und stellten häufig fest, dass sie gemeinsame Interessen und Fähigkeiten besitzen, die auch jenseits von nationalen Grenzen von großer Bedeutung sind und schlossen Freundschaft.

Nach drei Tagen Filmarbeit fuhren wir am 03.12. nach Potsdam, um den Schlosspark und die historische Altstadt zu erkunden. Mit neuer Energie ging es am Sonntag, 04.12. dann weiter mit dem Schnitt der Clips und den Vorbereitungen zur abendlichen Präsentation.

Die Jugendlichen richteten die Räume her und bereiteten die Präsentation vor. Martin Gorholt, Staatssekretär des Landes Brandenburgs und Beauftragter beim Bund, Susanne Krause-Hinrichs, Nachbar_innen aus Gollwitz und Angehörige der Teilnehmenden waren zu Gast und erlebten zusammen mit dem Stiftungsvorsitzenden Andreas Brand und dem Kurator Axel von Hörschelmann die Premiere der Clips. Lustige und auch denkwürdige Kurzfilme wurden präsentiert und zeigten einen kleinen Ausschnitt der Bandbreite an Herausforderungen, denen man gegenüber steht, wenn man sich gegen Ausgrenzung und für mehr Respekt engagiert.

Am 05.12. fuhren wir gemeinsam nach Berlin und besuchten das Mahnmal der ermordeten Juden Europas und den deutschen Bundestag. Zurück  in Gollwitz hieß es dann Taschen packen und einen letzten Abend miteinander zu verbringen, vor der gemeinsamen Abreise am Vormittag des 06.12..

Die Auswertung ergab, dass alle Teilnehmenden viel über die Kultur/Lebensweisen der Jugendlichen aus den jeweils anderen Ländern gelernt haben, ihr Wissen um verschiedenste Diskriminierungsformen und ihre Medienkompetenz erweitert haben.

Jede/r erhielt eine eigene DVD mit den Filmen und die Schulen werden die Filme im Rahmen von Schulveranstaltungen präsentieren, um weitere Jugendlichen und Multiplikator_innen auf das Projekt und die Lernziele dahinter aufmerksam zu machen. Mit den "Clips für mehr Respekt" möchten wir, dass Jugendliche selbst aktiv werden, dazu ermuntern und befähigen, mit gesellschaftlichen, sozialer und kultureller Vielfalt positiv umzugehen. Probleme identifizieren, Lösungen erarbeiten und diese dann in Form eines Kurzfilms darstellen. Dadurch werden die Akzeptanz und der Respekt vor Diversität gestärkt und gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Rassismus entgegen gewirkt.