„Wir haben ein Jugendgremium – was nun?“  - Fortbildungsreihe für Begleitstrukturen von Kinder- und Jugendgremien 

 

In Brandenburg gibt es derzeit über 40 aktive und sich in Gründung befindende Jugendgremien.  Mit der Einrichtung eines Jugendgremiums in der Kommunen gehen viele Fragen einher: Was ist eigentlich ein Kinder- und Jugendgremium? Welche Rolle kann und soll es im kommunalpolitischen Kontext spielen? Welche Voraussetzungen müssen in der Kommune gegeben sein, damit ein solches Format nachhaltig gelingen und wirken kann? Welche Rolle spiele ich, als Begleiter*in eines solchen Gremiums, und wo liegen Grenzen in der Zuständigkeit? Wie sieht die Arbeit eines Jugendgremiums konkret aus und welche Unterstützungsbedarfe kann es da geben? Und wie kann die Schnittstelle zwischen Jugendgremium, Verwaltung und Politik gestaltet sein? 

Die Fortbildungsreihe „Wir haben ein Jugendgremium – was nun?“ gibt einen Überblick zu den Grundlagen der Arbeit von kommunalen Kinder- und Jugendgremien und ihren Begleitstrukturen. Dabei steht die Klärung des Selbstverständnisses eines Kinder- und Jugendgremiums und die Bedeutung und Notwendigkeit verbindlicher Begleitstrukturen im Fokus. Im Rahmen der Module wird das Beteiligungsformat „Kinder- und Jugendgremium“ aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und es werden für die verschiedenen Fragestellungen und Herausforderungen gemeinsam Lösungsansätze entwickelt. 

Im Rahmen der Fortbildung wird mit praktischen Inputs, themenspezifischen Materialien, Gruppenarbeit und Austauschrunden gearbeitet. Die Teilnehmenden der Module können inhaltliche Impulse und konkrete Methoden für ihre Arbeit mit jungen Menschen (insbesondere aus Jugendgremien) mitnehmen. 

Die Veranstaltungen finden in Kooperation mit dem  Kompetenzzentrum Kinder- und Jugendbeteiligung Brandenburg statt.

Folgende Veranstaltungen finden/fanden im Jahr 2022 statt:

Modul 1 „Junge Menschen und Gremienstrukturen – wie geht das zusammen? 

Modul 1a „Ein kommunales Kinder- und Jugendgremium – was ist das?“ , Termin: 13. bis 14. Januar 2022  mit Michael Rocher

Das Modul 1a stellte die Auftaktveranstaltung der Fortbildungsreihe „Wir haben ein Jugendgremium – was nun?“ dar. Zu Beginn wurde grundsätzlich über Beteiligungsformen und -formate gesprochen und ein Grundverständnis über Beteiligung vermittelt. Weiters ging es um die Typologie von Jugendgremien und wie überhaupt eine Arbeitsfähigkeit für Jugendgremien im kommunalen Kontext hergestellt werden kann. Es wurde gemeinsam erarbeitet, welchen Nutzen Kinder- und Jugendbeteiligung hat und welche Beteiligungsform welche Intensität mit sich bringt. Eine Stärken-Schwächen-Analyse über Jugendgremien vervollständigte das Bild und führte zu einer intensiven Auseinandersetzung mit kommunaler Kinder- und Jugendbeteiligung.

ONLINE: Modul 1b „Wie begeistern wir Kinder und Jugendliche für Gremienarbeit?“ , Termin: 10. Februar 2022   mit Michael Rocher & Susanne Meier

Im Modul 1b ging es hauptsächlich darum, den Begleiter*innen von Jugendgremien aufzuzeigen, wie ein Jugendgremium gestaltet sein muss, damit es für Kinder und Jugendliche attraktiv ist. Dafür stellten die Referierenden die Qualitätsmerkmale für Kinder- und Jugendparlamente vom Deutschen Kinderhilfswerk vor. Außerdem berichtete eine Referentin von ihren eigenen Erfahrungen als Mitglied eines Kinder- und Jugendparlaments und, was sie dazu motivierte zu partizipieren. Des Weiteren wurde eine Übersicht über die Lebenswelten von jungen Menschen vorgestellt. Praktische Beispiele wie die Nutzung von Social Media und Öffentlichkeitsarbeit zum Erreichen von Kindern und Jugendlichen wurden angeschnitten.

 

Modul 2 „Alles was Recht ist – und wer hat dabei eigentlich welchen Hut auf?“ 

Modul 2a „Gut zu wissen: Grundlagen kommunalen Rechts“ , Termin: 10. bis 11. März 2022  mit Steffen Adam

Schwerpunktthemen im Modul 2a der Fortbildungsreihe „Wir haben ein Jugendgremium – Was nun?“ waren die Grundlagen der kommunalen Selbstverwaltung und allgemeine Grundlagen der Arbeit einer Gemeindevertretung / Stadtverordnetenversammlung. Dazu gehört die Struktur, die Arbeitsweise, die Stellung und das Rechtsverhältnis. Es wurde außerdem ein Verständnis für kommunale Entscheidungsprozesse erarbeitet. In diesem Rahmen wurden auch Grundlagen und Grenzen der gewöhnlichen Einwohner*innen-Beteiligung und der Kinder- und Jugendbeteiligung im speziellen diskutiert. Einen besonderen Stellenwert hatte hierbei die Betonung der Rechtspflicht zur eigenständigen Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen. Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt war die Ernennung, Arbeit und Stellung von Beiräten und Beauftragten. Die Teilnehmenden erarbeiteten sich eigenständig die Struktur, Mitwirkungsmöglichkeiten, Schnittstellen und personellen Ressourcen ihrer eigenen Stadt bzw. Kommune.

Modul 2b „Meine Rolle als… - eine Rollenklärung!“ , Termin: verschoben auf den 15. bis 16. September 2022 (alter Termin: 7.-8.04.22)  mit Steffen Adam

  • Themenschwerpunkt: Aufschlüsselung der verschiedenen Akteure in der kommunalen Kinder- und Jugendbeteiligung, Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten
  • Anmeldefrist: 4.09.2022
  • Zur Anmeldung

 

Modul 3 „Jetzt konkret: Wie begleite ich mein Jugendgremium in der Praxis?“ 

Modul 3a „Arbeit eines kommunalen Kinder- und Jugendgremiums in der Praxis“, Termin: 12. bis 13. Mai 2022 mit Sven Gräßer

Im Seminarmodul 3a „Arbeit eines kommunalen Kinder- und Jugendgremiums in der Praxis“ ging es um die Struktur und Arbeitsweise von Jugendgremien, die Rolle der Begleitstrukturen und die Zusammenarbeit im kommunalpolitischen Kontext. Im ersten Schritt tauschten sich die Teilnehmenden zu ihren bisherigen Erfahrungen mit Jugendgremien aus. Gemeinsam erarbeiteten sie die unterschiedlichen Formen der Kinder- und Jugendgremienarbeit: Kinder- und Jugendrat, Kinder- und Jugendparlament, Jugendforum und Kinder- und Jugendbeirat. Die Gruppe beschäftigte sich damit, welche Befugnisse, Rechte, Pflichten und Legitimitätsansprüche die unterschiedlichen Formen haben. Zudem ging es um Vor- und Nachteile und die Frage danach, wie kinder- und jugendgerecht die einzelnen Formen sind.

In Form von Gruppenarbeiten durchdachten die Teilnehmenden verschiedene Fragestellungen, die sich in ihrem Arbeitsalltag stellen können. Zum einen ging es dabei um die Frage nach dem Vorgehen, wenn ein Kinder- und Jugendgremium wiederbelebt werden soll und zum anderen, wie junge Menschen in ihrem Wunsch nach Beteiligung unterstützt und bestärkt werden können. Dabei spielt die eigene Rolle eine große Bedeutung. Es wurde erarbeitet, welche Aufgaben man in unterschiedlichen Positionen – Kinder- und Jugendbeauftragte*r, Jugendkoordinator*in, Jugendarbeiter*in – hat und zu welchen Erwartungen man sich bewusst abgrenzen darf.

Modul 3b „Methodenkoffer: Attraktive Gremienarbeit“ , Termin: 9. bis 10. Juni 2022  mit Sven Gräßer

Der Titel „Methodenkoffer: Attraktive Gremienarbeit“ war Programm! Die Teilnehmenden probierten eine Vielzahl an Kennenlern- und Namensspielen, Energizern, Spielen zur Gruppeneinteilung, Konzentrationsspielen und Feedbackmethoden aus. Diese und viele mehr bekamen sie in der Dokumentation zur Verfügung gestellt und können sie nun in ihrer Gremienarbeit anwenden.

Ein zweiter wesentlicher Schwerpunkt dieses Moduls war die Netzwerkarbeit. Dazu erarbeiteten die Teilnehmenden ihr eigenes soziales Atom, um zu erforschen, mit welchen Institutionen die Zusammenarbeit bereits gut funktioniert, welche noch ausbaufähig ist und an welche Kooperationspartner*innen bisher noch gar nicht gedacht wurde. 

 

Zielgruppe: Die Fortbildungsmodule richten sich an haupt– und ehrenamtliche Begleiter*innen von Kinder- und Jugendgremien in der Kommunen sowie an die kommunalen haupt- und ehrenamtlichen Kinder- und Jugendbeauftragten im Land Brandenburg. Die jeweiligen Fortbildungsmodule können unabhängig voneinander gebucht werden, die Teilnahme an den Modulen a und b wird zusammenhängend empfohlen. 

Seminarzeiten: 

  1. Tag: 10.00 bis 18.00 Uhr
  2. Tag: 09.00 bis 16.00 Uhr

Tagungsort: Stiftung Begegnungsstätte Schloss Gollwitz, Schlossallee 101, 14776 Brandenburg a.d. Havel OT Gollwitz 

Leistungen: 1 Übernachtung im Einzelzimmer, inkl. Vollpension, Bettwäsche und Handtücher, Tagungsverpflegung, Durchführung Fortbildung an 2 Tagen. 

Kosten: 80,00 € Teilnehmer*innen-Beitrag pro Veranstaltung 

Bitte beachten Sie: Die Teilnehmer*innenzahl ist bei allen Veranstaltungen begrenzt. Alle Veranstaltungen finden unter Umsetzung unseres erweiterten Hygiene-/, Unterbringungs- und Durchführungskonzeptes im Rahmen der aktuell gültigen Eindämmungs- oder Umgangsverordnung des Landes Brandenburg statt.  

Detaillierte Informationen übersenden wir mit der Anmeldebestätigung und im Vorfeld der Veranstaltung. 

 

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an Susanne Meier: 

E-Mail: meier@stiftunggollwitz.de

Handy: 01575/8724760 (auch WhatsApp)

 

Die Fortbildungsreihe findet im Rahmen der „Akademie für Kinder- und Jugendparlamente“ in Trägerschaft des Arbeitskreises deutscher Bildungsstätten e. V. statt und wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).